Geschrieben von den Berliner Fohlen '07. Unglaublich!

Ein ganz normales Bundesligaspiel. Hertha BSC gewinnt etwas glücklich gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 und kehrt an die Tabellenspitze zurück. Glückwunsch. Was allerdings neun Fans der Borussia nach dem Spiel widerfahren ist, stellt ein Armutszeugnis für die Berliner Polizei dar. Man steht gemeinsam am Imbiss, direkt neben dem S-Bhf Olympiastadion. Hertha-Fans; Borussia-Fans, es gibt Gespräche, Fachsimpeleien, kleine Neckereien bei Bratwurst und Bier. Plötzlich werden drei Fans der Borussia von einigen Hohlköpfen in blau-weißer Kluft rassistisch beleidigt ("Euch müsste man vergasen"). Es gibt ein Wortgefecht, bei dem die drei Gladbacher darauf aufmerksam machen, dass um den Imbiss herum Polizei steht. Diese greift auch ein - allerdings nicht nur sehr einseitig, sondern auch unverhältnismäßig hart. Die drei Borussen werden vom Imbiss weg getrieben, einer der Gladbacher, der seine Freundin anrufen möchte, die im Getümmel ist, wird von drei Polizisten zu Boden geworfen - bis hierhin keine Fragen der Beamten zur Situation und auch keine Gegenwehr der Fußballfans. Die anderen Borussen kommen hinzu und fragen die Beamten, was denn hier mit ihren Freunden passiert. Antworten? Fehlanzeige. Stattdessen begeben sich die Staatsdiener auf das Niveau der pöbelnden Hertha-Fans vom Imbiss "Verpiss dich in dein Dorf du Bauer" ist noch eine harmlose Antwort. Der so Beleidigte stellt sich verwundert folgende Fragen: * in welchem Zwinger mag der Uniformierte denn aufgewachsen sein, dass er so „argumentiert"? * gab es vor dem Einsatz rohes Fleisch im Mannschaftswagen? * jeder Bauer vom Dorf hat vermutlich eine bessere Kinderstube * die so malträtierten Borussen-Fans kommen (deutlich erkennbar an ihren Outfits) aus Berlin und schämen ich aufgrund der Behandlung der "Weltstadtpolizei". Man wehrt sich gegen diese verbalen Entgleisungen der Polizei und wird zudem noch körperlich attackiert. Meiner Freundin wird, als sie einen Freund zurückhalten will und darauf aufmerksam macht, dass der Bahnsteig, auf den man getrieben wird, gesperrt ist, von einem Polizisten mit seinem Helm ins Gesicht geschlagen. Ich selber werde auch geschlagen, weil ich vermutlich die Frechheit besessen habe, zu sagen, dass wir eigentlich alle nur nach Hause wollen. Doch der "Polizistenmob" (anders kann man es einfach nicht beschreiben) lässt sich nicht stoppen. Keiner der Fans ging auch nur einen Polizisten an - im Gegenteil, man will einfach nur in Ruhe zur Bahn. Ein Fan der Borussia, durch die Vorgehensweise der Polizei mittlerweile sehr erbost, wird in Handschellen abgeführt. Seine Personalien werden festgestellt und ihm wird lapidar mitgeteilt, dass er mit einer Strafanzeige wegen Beamtenbeleidigung zu rechnen habe. Donnerwetter! Wegen einer Beleidigung, provoziert durch die Beamten, werden 9 Fußballfans wie Vieh in eine Ecke des S-Bahnhofs gedrängt, beleidigt und geschlagen von etwa 15-20 Polizisten. Hut ab. Die rassistischen Imbiss-Pöbler haben sich vermutlich bei Bier und Bratwurst über diese staatliche Hilfe sehr amüsiert. Hier fällt mir einfach nur ein gern verwendetes Lied aus dem Gästeblock des Olympiastadions ein: "Und Ihr wollt uns’re Hauptstadt sein?" Auch andere Fangruppen aus Mönchengladbach machten vor, während und nach dem Spiel Bekanntschaft mit der Berliner Polizei. So hörte man von einem Fan, der beim singen erwischt wurde und einem, der eine zu lange Fahne geschwenkt hatte. Beide wurden des Stadions verwiesen. Nach dem Spiel, auf dem Weg zu den Bussen, provozierten die mitlaufenden Polizisten ohne Pause: „Na Jungs, schon wieder verloren?! Seid ihr bestimmt sauer jetzt, oder?“ 

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© Ralf Kinzer

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